Völlig verrückt! Wenninger schießt Austria in letzter Sekunde zum Double


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Völlig verrückt! Wenninger schießt Austria in letzter Sekunde zum Double |  Startbeitrag 01.06.2026 - 14:37
Michiparal
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Was war das für eine Schlussphase im Spiel um die Meisterschaft! Der FK Austria Wien sichert sich im direkten Duell mit dem SKN St. Pölten den Titel und damit nach dem Cupsieg auch das Double. Nerven hat es jedoch einige gekostet und die Schlussminuten der Partie wird so schnell keiner vergessen. Das zweite Spiel der Meistergruppe, war jedoch auch nichts für schwache Nerven.

Drama Pur im Titelkampf

Am letzten Spieltag der Admiral Frauen Bundesliga Saison 2025/26 kam es zum ultimativen Showdown. Die Tabellenführerinnen vom FK Austria Wien empfingen die Titelverteidigerinnen vom SKN St. Pölten. Zwei Punkte Unterschied in der Tabelle ergaben die Ausgangssituation. Für St. Pölten musste also ein Sieg her, um den Titel zum elften Mal in Folge zu sichern. 2.346 Zuschauer:innen verfolgten das Spiel live im Stadion. Was sie zu sehen bekommen würden, konnte sich aber zuvor keiner auch nur vorstellen.

Wie in den vorangegangenen Duellen der beiden Teams starteten beide Teams aktiv, jedoch mit einer gewissen Vorsicht. Den besseren Start erwischten die Gastgeberinnen, die sich auch immer wieder Chancen erarbeiten konnten. Auch St. Pölten konnte immer wieder Nadelstiche in der Offensive setzen, richtig gefährlich wurde es aber zunächst nie. Nach dem Seitenwechsel versuchten die Gäste dann mit mehr Nachdruck die Führung zu erzielen, scheiterten aber immer wieder an der starken Abwehrreihe der Wienerinnen. Beide Teams drückten richtig aufs Gaspedal, doch es sah lange so aus, als wären beide Tore an diesem Tag versiegelt.

Die verrückteste Nachspielzeit der Geschichte

Dann die Nachspielzeit. Die Wienerinnen versuchten mit aller Kraft das 0:0 über die Zeit zu bringen, und damit den ersten Meistertitel der Geschichte zu fixieren. Wenige Sekunden vor dem vermeintlichen Abpfiff dann der Schock für die „Veilchen“. Verteidigerin Katharina Schiechtl verschätzte sich bei einer Flanke und traf beim Versuch den Ball zu klären ihre Gegenspielerin Fanny Nagy mit dem Fuß klar im Gesicht. Schiedsrichter Wimhofer zeigte sofort auf den Punkt und zückte zudem die Rote Karte. In der fünften Minute der Nachspielzeit kam es nach einer längeren Behandlungspause also zum ultimativen Duell vom Punkt. Schützin Leila Peneau gegen Torfrau Jasmin Pal. Die Französin behielt die Nerven und schmetterte den ball in die lange Ecke. Pal erriet zwar die Ecke, war bei diesem Schuss aber chancenlos. Das Tor zur Meisterschaft für den SKN – oder?

Nach dem ausgefallenen Jubel der „Wölfinnen“, ließ Schiedsrichter Wimhofer noch eine Aktion spielen. Bei einem Freistoß aus dem Mittelfeld beorderte Austria-Trainer Stefan Kenesei alle Spielerinnen inklusiver der Torfrau in den Strafraum. Der lange Ball von Almedina Šišić wirkte erst zu lang, doch die Austria Torfrau hielt den Ball athletisch im Spiel und beförderte ihn hoch in die Mitte. Nach einer Weiterleitung per Kopf von Yvonne Weilharter kam Kapitänin Carina Wenninger zum Kopfball, den Schlüter noch parieren konnte. Gegen den Nachschuss von Wenninger war die deutsche Torfrau aber chancenlos. Direkt im Anschluss dann der erlösende Schlusspfiff. In Wien-Favoriten (10. Wiener Gemeindebezirk) brachen alle Dämme. Eine solch dramatische Schlussphase hatte in diesem Stadion noch niemand erlebt. „Das waren die schlimmsten zweieinhalb Minuten meines Lebens! Sowas habe ich noch nie erlebt!“, erzählte Double-Siegerin Almedina Šišić nach dem Spiel im Interview bei Kick it like Women. Auch Mittelfeld-Ass Tatjana Weiss fehlten nach dem Triumph die Worte: „Wir werden etwas Zeit brauchen, um das zu realisieren, was wir hier Großes geschaffen haben mit diesem Verein und dieser Mannschaft.“

Sturm und Salzburg trennen sich Unentschieden

Vor dem großen Showdown am Samstag, kam es am Freitagabend zum letzten Spiel der Saison für den SK Sturm Graz und den FC Red Bull Salzburg. Die Tabellenplätze waren vor dem Spiel bereits fix vergeben, jedoch wollten sich beide Teams noch mit einem Sieg in den Sommer verabschieden. In der ersten Halbzeit wirkten beide Teams etwas müde nach der langen Saison. Davon war nach der Pause jedoch nichts mehr zu sehen. Beide Teams mobilisierten nochmal die letzten Kräfte, mit dem besseren Start für die Gäste aus Salzburg. Kurz nach Wiederanpfiff brachte Tina Krassnig die Mozartstädterinnen in Führung. Die Antwort der Grazerinnen ließ 20 Minuten auf sich warten, ehe Zala Kuštrin für den Ausgleich sorgte. Nur zehn Minuten später traf Kuštrin erneut und drehte somit das Spiel. Das letzte Wort in einem packenden Spiel hatten jedoch wieder die Gäste. In der 96. Spielminute konnte die eingewechselte Valentina Lutz für den 2:2-Endstand sorgen. Für beide Teams geht die Saison damit versöhnlich zu Ende.

Verdiente Siegerinnen – Gratulation an FK Austria Wien!

Die Wiener Austria sichert sich den ersten Meistertitel der Geschichte und löst den SKN St. Pölten nach zehn Jahren an der Spitze ab. Über die ganze Saison hinweg waren die Wienerinnen das konstanteste und beste Team, das hat auch SKN-Trainer Laurent Fassotte nach dem bitteren Ausgang so bestätigt und der Austria zum verdienten Meistertitel gratuliert. Der SKN hat jedoch einen harten Kampf geliefert und bis zur letzten Sekunde nicht lockergelassen. Für die neue Saison muss man die Wölfinnen also bestimmt wieder auf dem Zettel haben. Für die Austria startet im August mit der neuen Saison eine ungewohnte Herausforderung. Die Titelverteidigung.
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