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06.07.2026 - 14:30 Uhr | News | Quelle: sd | von: Michael Paral
Vom unbekannten Namen zur EM-Spielerin: Teresa Frizbergs rasanter Aufstieg

Ihr Weg ins Nationalteam verlief alles andere als gewöhnlich. Frizberg besitzt die österreichische und deutsche Staatsbürgerschaft und steht beim FC Ingolstadt in der 2. Bundesliga unter Vertrag. Anders als viele ihrer Teamkolleginnen hatte sie zuvor nie ein Nachwuchsnationalteam des ÖFB durchlaufen. Eine Verbindung zum österreichischen Verband gab es lange Zeit nicht.
Das änderte sich erst vor wenigen Monaten. Über eine Mitspielerin beim FC Ingolstadt entstand der erste Kontakt zum ÖFB. Kurz darauf machte sich Teamchef Markus Hackl selbst auf den Weg nach Deutschland, um sich die Offensivspielerin im Training anzusehen. „Markus Hackl kam einfach mal beim Training zugucken und dann kam die Einladung“, erinnert sich Frizberg.
Die Nominierung sorgte zunächst durchaus für Verwunderung. Während viele Spielerinnen bereits seit Jahren Teil des österreichischen Nachwuchsprogramms waren, rückte Frizberg erst wenige Monate vor der Europameisterschaft in den Fokus. Für ihre Berufung musste sogar eine langjährige Nationalteamspielerin zu Hause bleiben – eine Entscheidung, die zunächst Fragen aufwarf.
Doch diese verstummten schnell. Bereits in den ersten Lehrgängen überzeugte Frizberg mit ihren fußballerischen Qualitäten und ihrer offenen Art. Obwohl sie als Neuling ins Team kam, fand sie sich schnell zurecht und wurde von der Mannschaft hervorragend aufgenommen. „Ich konnte mich gut einleben und das Team hat mich super aufgenommen. Es macht richtig Bock, mit ihnen zu spielen“, erzählt Frizi, wie sie von ihren Mitspielerinnen genannt wird.
Bei der UEFA U19-Europameisterschaft durfte sie schließlich erstmals das rot-weiß-rote Trikot bei einem Pflichtturnier tragen. Und obwohl sie erst seit kurzer Zeit Teil des Teams ist, schenkte ihr das Trainerteam sofort das Vertrauen. Frizberg kam in allen Gruppenspielen zum Einsatz und stand gegen die Schweiz sogar in der Startelf. „Ich bin sehr dankbar, dass ich gleich meine Einsatzzeit bekomme“, sagt sie. „Es bedeutet mir viel, dass mir das Trainerteam dieses Vertrauen schenkt.“
Mit dem Einzug ins Halbfinale schrieb Österreich bereits Geschichte. Noch nie zuvor hatte sich eine österreichische U19-Frauenmannschaft für die Runde der letzten vier einer Europameisterschaft qualifiziert. Für Frizberg hält das Halbfinale dabei eine ganz besondere Geschichte bereit. Ausgerechnet Deutschland – das Land, in dem sie aufgewachsen ist und bis heute ihren Vereinsfußball spielt – wartet nun als Gegner. „Ich freue mich gegen Deutschland zu spielen. Ich kenne da ein paar Spielerinnen und freue mich einfach auf das Duell“, sagt sie mit einem breiten Grinsen.
Es ist das nächste Kapitel einer Geschichte, die sich in erstaunlichem Tempo entwickelt hat. Noch vor wenigen Monaten kannte sie im österreichischen Fußball kaum jemand. Heute steht sie mit Österreich im Halbfinale einer Europameisterschaft.
Ihr Aufstieg zeigt, dass Talent manchmal erst spät entdeckt wird. Während viele Nationalspielerinnen sämtliche Nachwuchsteams durchlaufen, beweist Frizberg, dass sich eine Chance auch kurzfristig ergeben kann – und dass man bereit sein muss, sie zu nutzen. Egal, wie Österreichs EM-Reise endet: Teresa Frizberg hat sich bereits einen Namen gemacht. Von einer nahezu unbekannten Spielerin beim FC Ingolstadt zu einer wichtigen Option im österreichischen Nationalteam – ihr Weg ist der Beweis dafür, dass Fußballkarrieren selten geradlinig verlaufen. Mit gerade einmal 18 Jahren dürfte ihre Geschichte für das österreichische Nationalteam gerade erst begonnen haben.
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