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Vor Rekordkulisse: Frankfurt dreht 0:2-Rückstand gegen Mainz
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| Vor Rekordkulisse: Frankfurt dreht 0:2-Rückstand gegen Mainz | Startbeitrag 19.09.2026 - 12:13 |
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emiliebitsch
Beiträge: 1 IP: logged
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Vor Rekordkulisse in der MEWA-Arena kann Eintracht Frankfurt eine Blamage abwenden und gewinnt das Nachbarschaftsduell gegen den 1. FSV Mainz 05 mit 3:2 (0:2). Der Bundesliga-Aufsteiger ging vor 16.500 Zuschauer:innen durch Kara Bathmann bereits in der 6. Minute in Führung und konnte noch vor der Pause durch ein Eckentor von Sabina Jackson auf 2:0 erhöhen. In der zweiten Halbzeit zeigte sich schließlich doch ein Qualitätsunterschied: Marthine Østenstad (58.), ein Eigentor von Johanna Berg und Rebecka Blomqvist (71.) drehten die Partie zugunsten der SGE. Damit übernimmt Frankfurt die aktuelle Tabellenführung. Gegenüber dem regnerischen 4:2-Heimsieg gegen die TSG Hoffenheim wechselte Arnautis viermal. Für Amanda Ilestedt, Paulina Krumbiegel, Hanna Bennison und Hayley Raso kamen Sara Doorsoun, Noemi Ivelj, Danique Tolhoek und Pia-Sophie Wolter in die Startelf. Bei den Mainzerinnen gab es nach der 0:3-Niederlage gegen den SC Freiburg keine Veränderungen. Stimmung auf den Mainzer Rängen und auf dem Platz Eintracht Frankfurt begann mit etwas Druck. Bereits in der dritten Minute gab es den ersten Torschuss: Nina Lührßen konnte aus spitzem Winkel abschließen, traf dabei aber nur das Außennetz. Zunächst wirkte es wie ein Weckruf für die Frankfurterinnen, doch Mainz drehte stattdessen richtig auf. Durch enge Zweikampfführung und eine gewisse Unsicherheit bei der SGE konnte das Team von Trainerin Takashi Yamashita frei aufspielen und ging früh in Führung: Chiara Bouziane bekommt den Ball an der Strafraumkante und schießt ansatzlos auf den Kasten – SGE-Keeperin Lina Altenburg kann den Ball gerade so an die Latte lenken, wodurch der Ball zurückprallt und die einlaufende Kara Bathmann zum verdienten 1:0 abstauben kann (6. Minute). Frankfurt wirkte dadurch überrumpelt, die Ballbesitzphasen wurden kürzer und auch deutlich weniger Zweikämpfe wurden gewonnen. Mainz konnte getragen von der guten Stimmung der rund 16.500 Zuschauer:innen frei nach vorne spielen. Je offensiver die Gastgeberinnen auftraten, desto lauter wurden die Fans. Dieses Spiel war damit nicht nur eine starke Werbung für den deutschen Frauenfußball, sondern auch für die Mainzer Fußballerinnen. Nur zehn Minuten später hatte Mainz die Chance auf das 2:0: Mattson Strickler wurde freigespielt und lief alleine auf Altenburg zu. Die Torhüterin wartete lange und konnte den Schuss der Mainzer Stürmerin parieren (14.). Auch die mitgereisten Frankfurter Fans gaben ihrer Mannschaft noch einmal einen Push – rund 1.000 Anhänger:innen waren im Gästeblock. Kurz darauf entstand eine umstrittene Situation: Ein Schuss von Danique Tolhoek im Strafraum ging auf das Tor, eine Mainzer Abwehrspielerin klärte. Die SGE sah den Ball bereits hinter der Linie. Schiedsrichterin Miriam Schwermer entschied jedoch auf kein Tor. Auch die TV-Bilder konnten die Entscheidung weder bestätigen noch widerlegen. Der verpasste Ausgleich ließ die Mainzerinnen jedoch kalt. Sie drückten weiter und hatten zeitweise sogar mehr Ballbesitz als der Bundesligist aus Frankfurt. So erhöhte Mainz in der 30. Minute verdient auf 2:0: Ex-Frankfurterin Saskia Matheis brachte eine Ecke scharf in den Sechzehner. Alle Frankfurterinnen sprangen am Ball vorbei, der anschließend vom Körper von Sabina Jackson ins Tor prallte. Einzig Erëleta Memeti hatte kurz vor dem Halbzeitpfiff noch eine weitere Chance für die Eintracht. Nach einem Zug in die Mitte setzte sie den Ball jedoch knapp rechts am Tor vorbei. Auch die Frankfurterinnen selbst fanden für ihre erste Halbzeit im Nachhinein keine wirkliche Erklärung. „Ich finde nicht, dass wir in der ersten Halbzeit auf unserem Level gespielt haben“, sagte Rebecka Blomqvist nach der Partie. Arnautis wurde noch deutlicher: Seine Mannschaft sei „nicht aggressiv genug“ gewesen und habe sich das Spiel dadurch selbst schwer gemacht. Frankfurt dreht das Spiel vor der eigenen Kurve Frankfurt startete deutlich dominanter in die zweite Halbzeit. Vor allem die Einwechslung von Hayley Raso brachte noch einmal ordentlich Schwung in das Spiel. Auch Mainz musste verletzungsbedingt wechseln: Bereits in der ersten Halbzeit war FSV-Keeperin Mamiko Matsumoto unglücklich gelandet und hatte sich dabei am Knie verletzt. Für sie kam Marisa Schön. Die SGE kam nun besser in die Zweikämpfe, und auch der Leistungsunterschied zwischen beiden Mannschaften wurde immer deutlicher. In der ersten Halbzeit war davon kaum etwas zu sehen gewesen. Bereits in den vergangenen Spielen hatten die Mainzerinnen nach der Pause teilweise nachgelassen – und auch gegen Frankfurt geriet das Team nun zunehmend unter Druck. Yamashita sah den Grund vor allem in der nachlassenden Energie ihrer Mannschaft. Die Beine seien müde geworden, Mainz habe „immer mehr passiver“ agiert. Gleichzeitig habe ihrer Mannschaft mit dem Ball der Mut gefehlt: „Wir hätten noch mutiger sein müssen.“ Die Abschlüsse von Laura Freigang (51.) und Raso (53.) wurden gefährlicher, Mainz lief zunehmend nur noch hinterher. Nach einer Ecke erzielte Frankfurt schließlich den Anschlusstreffer: Memeti flankte den Ball an den zweiten Pfosten, wo Kapitänin Freigang am Ball vorbeisprang und Innenverteidigerin Østenstad einköpfen konnte (58.). Die Frankfurterinnen hatten sich in der Halbzeit vorgenommen, eine andere Leistung zu zeigen. „Wir haben uns vorgenommen, nicht nochmal so eine Halbzeit zu spielen“, erklärte Memeti. Vor allem über die Außen fand die Eintracht nun bessere Lösungen. „Wir konnten über die Flanken gut in der Box zu den Kopfbällen kommen“, sagte die Offensivspielerin. Nur wenige Minuten später fiel der Ausgleich. Die eingewechselte Raso ließ auf der rechten Seite die Mainzer Abwehrreihe stehen und flankte auf Freigang, die spektakulär einen Fallrückzieher versuchte. Der Ball landete schließlich bei Nina Lührßen, die aus rund 15 Metern abschloss. Ihr Schuss wäre vermutlich am Tor vorbeigegangen, doch FSV-Kapitänin Johanna Berg fälschte den Ball unhaltbar für Schön ins eigene Tor ab (65.). Frankfurt setzte sich nun in der Mainzer Hälfte fest und konnte die Partie wenige Minuten später endgültig drehen. Nach einer punktgenauen Flanke von Wolter setzte Rebecka Blomqvist den Ball per Kopf ins lange Eck (71.) und jubelte anschließend vor der eigenen Kurve. „Vor die Kurve dieses Tor zu machen, das war schon ein Highlight“, sagte Blomqvist später. Nach dem emotionalen Spiel sei die Stimmung auch für sie besonders gewesen. „Ich habe noch Gänsehaut.“ Mentalität, Qualität und eine besondere Kulisse Nach dem 0:2-Rückstand zeigte Frankfurt in der zweiten Halbzeit eine andere Mannschaft. Für Arnautis war dabei vor allem die Mentalität seiner Spielerinnen entscheidend. „Es war spannend, dass wir nur mit einem Tor Unterschied gewonnen haben“, bilanzierte der Trainer und hob die Qualität und Mentalität seiner Mannschaft hervor. Gleichzeitig zeigte sich Arnautis mit der ersten Hälfte alles andere als zufrieden: „Ich hätte mir die erste Halbzeit auch sparen können.“ Die Reaktion nach der Pause stimmte ihn dagegen positiv. Auch Memeti betonte, dass die Mannschaft bereits aus dem vergangenen Spiel gegen Hoffenheim gelernt habe und sich zur Pause bewusst vorgenommen habe, „ein neues Gesicht“ zu zeigen. Für Mainz bleibt trotz der Niederlage vor allem die starke erste Halbzeit und die besondere Kulisse. „Auch als Mainz die zwei Tore gemacht hat, habe ich kurz gedacht: Eigentlich will ich auch auf der anderen Seite stehen, wenn so viele Leute einen anfeuern“, sagte Memeti. Die Offensivspielerin sah in den 16.500 Zuschauer:innen auch eine Werbung für den Frauenfußball. Auch Arnautis lobte die Atmosphäre in der MEWA-Arena und die mitgereisten Frankfurter Fans. Die Stimmung sei „toll“ gewesen und eine „Werbung für Mainz und für die Liga“. Ein besonderer Dank ging an die Frankfurter Anhänger:innen, die den Auftritt ihrer Mannschaft trotz des 0:2-Rückstands weiter unterstützten. Volle Woche für Frankfurt, Mainz in Ingolstadt gefordert Nach der Bundesliga ist vor den Pokalwettbewerben. Nach dem erneuten Champions-League-Aus tritt Eintracht Frankfurt nun im Europa Cup an. In der zweiten Qualifikationsrunde geht es am Mittwoch (18 Uhr) nach Island zu FH Hafnarfjörður. Am Sonntag steht anschließend in Karlsruhe die erste Runde des DFB-Pokals gegen den Karlsruher SC (14 Uhr) an. Für die Frankfurterinnen bedeutet das wenig Zeit zur Regeneration. Arnautis fordert deshalb bereits für die nächste Partie volle Konzentration: In Island müsse seine Mannschaft „von Anfang an konzentriert sein“ und wieder „sehr intensiven Fußball“ spielen. Die Mainzerinnen haben bis Samstag (14 Uhr) Zeit zur Regeneration, ehe sie auf den Zweitligisten FC Ingolstadt treffen, den sie noch aus der vergangenen Saison kennen. |
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