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29.12.2025 - 18:30 Uhr | News | Quelle: sd | von: Michael Paral
Die Sehnsucht nach einem „normalen“ Leben

©FK Austria Wien
Ein Abschied nach eigenen Regeln
Mit gerade einmal 29 Jahren entscheidet sich Volkmer im Frühjahr 2025, die Fußballschuhe nach der Saison an den Nagel zu hängen, obwohl sie sich sportlich zu dieser Zeit in ihrer „Prime“ befindet. Der Hauptgrund war jedoch kein Leistungsabfall, sondern ein tief sitzender persönlicher Wunsch. „Es war irgendwie die Sehnsucht nach einem normalen Leben“, erklärt Volkmer im Interview. Über zwei Jahrzehnte lang ordnet sie alles dem Sport unter, verpasst Familienfeiern, Taufen und Geburtstage. Besonders der Wunsch, wieder näher bei ihrer Familie zu sein und am Aufwachsen ihrer Nichten und Neffen teilzuhaben, gab den Ausschlag. Zudem wollte sie den Zeitpunkt ihres Rücktritts selbst bestimmen: „Ich wollte einfach nicht, dass mir mein Körper einen Strich durch die Rechnung macht [...] oder die Öffentlichkeit irgendwann denkt: Wann hört die endlich auf?“.
Das Drama um das letzte Spiel
Fast hätte Volkmers Körper ihr doch noch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zwei Wochen vor ihrem letzten großen Finale verletzt sie sich schwer am Sprunggelenk, „da braucht man fast ein Medizinstudium um das zu verstehen“, erzählt die Deutsche scherzhaft in Bezug auf die Komplexität der Verletzung. Es folgt eine nervenaufreibende Achterbahnfahrt der Gefühle. Erst vier Tage vor dem Finale konnte sie vorsichtig testen, ob der Fuß unter verschiedenen Tape-Verbänden hält. Volkmer gibt offen zu: „Wenn es nicht mein letztes Spiel und das Finale gewesen wäre, dann hätte ich ziemlich sicher nicht gespielt“. Trotz Schmerzen und der Ungewissheit bis zum Anpfiff kämpft sie sich für eine Halbzeit auf den Platz, um sich mit erhobenem Haupt zu verabschieden.
Der neue Alltag: 40-Stunden-Woche statt Training
Heute sieht Volkmers Leben radikal anders aus. Statt Nachmittagstraining und Leistungsdruck prägt nun ein 40-Stunden-Job im juristischen Bereich ihren Alltag. Der Umstieg auf einen geregelten Rhythmus mit frühem Aufstehen fällt ihr überraschend leicht. Ein gewisses Schmunzeln kann sie sich nicht verkneifen, wenn sie an die alte Quälerei denkt: „Ist irgendwie schon ein ganz geiles Gefühl, wenn man merkt, alle anderen machen jetzt Dinge, die nicht so Spaß machen, weil man irgendwie Läufe machen muss bei über 30° [...] und man selber hat das halt nicht mehr“. Dennoch verfolgt sie die Spiele ihrer ehemaligen Kolleginnen bei Austria Wien weiterhin als „ganz großer Fan“ von der Couch aus.
Botschaft an die nächste Generation
Trotz des harten Berufsalltags im Profifußball bereut Volkmer keine Sekunde ihres Weges, der mit vier Jahren zu Hause im Garten mit ihrem Bruder begonnen hat. Jungen Mädchen, die vor der Entscheidung stehen, den Fußball ernsthaft zu verfolgen, rät sie: „Achtet darauf, ob euch das Spaß macht. [...] Wenn man das Gefühl hat, das ist einfach etwas, für das ich brenne, [...] dann sollte man irgendwie einfach alles in seinem Möglichen dafür geben“. Die Erlebnisse und die Menschen, die „von Fremden zur Familie werden“, seien die investierte Zeit in jedem Fall wert. Das ganze Interview gibt es im Podcast „Kick it like Women“ zu hören.
Hier geht´s zur Folge
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