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10.03.2026 - 19:30 Uhr | News | Quelle: sd | von: Jascha S.
Lina Altenburg im Interview: Stammkeeperin in Frankfurt, Trainingseinblicke und ihre Entwicklung

©IMAGO
Soccerdonna: Lina, du bist diese Saison die Stammkeeperin von Eintracht Frankfurt: Wie fühlt sich das an, wenn man jede Woche für so ein Top-Team in der Bundesliga aufläuft und das Tor hütet?
Lina Altenburg: Jedes Spiel ist für sich ganz besonders. Und vor jedem Spiel ist eine positive Nervosität da. Jedes Spiel aufs Neue macht sehr viel Spaß und ist etwas ganz Besonderes. Für mich auch dadurch, dass ich seit der U15 bei Eintracht Frankfurt spiele.
Soccerdonna: Du bist 2022 U17-Europameisterin geworden und in demselben Jahr war auch die U17-WM, da hast du drei von sechs Spielen gemacht, leider ausgeschieden damals im Halbfinale gegen Spanien. Wie blickst du auf diese Zeit zurück?
Lina Altenburg: Damals war ich nicht die Nummer 1, sondern bin „nur“ als Nummer 2 mitgefahren. Das war eine Rolle, mit der ich mich gut abgefunden habe. Es hat auch viel Spaß gemacht mit dem Team. Wir hatten einen guten Teamspirit, das hat am Ende auch den Titel ausgemacht. Ich habe mitgenommen, dass es in einem Mannschaftsgefüge enorm wichtig ist, dass jeder seine Rolle kennt.
Soccerdonna: Jetzt bist du noch sehr jung (20) und hast die meisten Einsätze in deiner Profikarriere bisher in der 2. Bundesliga gemacht. Jetzt spielst du Europacup, Champions-League-Qualifying und auch Bundesliga. Wie groß ist der Schritt zwischen 1. und 2. Liga?
Lina Altenburg: Ich finde den Schritt schon groß, vor allem auf mentaler Ebene, weil viel mehr Aufmerksamkeit auf der 1. Liga liegt. In der 2. Liga hat man sich selber den Druck gemacht, dass man performen will, aber es war tendenziell weniger Druck von außen. Ich habe auch schon im Zweitligakader regelmäßig bei der ersten Mannschaft mittrainiert. Da muss man auch im Training immer an die 100 Prozent gehen.
Soccerdonna: Kleine Folgefrage: Viele Teams in der Bundesliga arbeiten mit vielen Flanken in den Strafraum. Wenn dann erstmal die Flanken in den Strafraum segeln und du musst dich durchsetzen gegen starke Stürmerinnen, ist das auch ein Unterschied, den du gemerkt hast von der 2. zur 1. Liga?
Lina Altenburg: Ja, es ist in allen Bereichen anders und da gehört Raumverteidigung auf meiner Position natürlich auch dazu. Da auch ein gewisses Timing zu haben, wenn die Flanke ein bisschen schärfer kommt, das spielt da schon alles mit rein.
Soccerdonna: Wenn du bei DFB-Lehrgängen dabei bist, was nimmst du daraus mit für deine neue Position als Stammkeeperin? Wie viel lernt man dort und wie interessant ist das auch, mit den Kolleginnen aus den anderen Mannschaften zusammenzukommen?
Lina Altenburg: Auf jeden Fall sehr interessant. Wie gesagt kommt man mit ganz vielen Spielerinnen aus anderen Teams zusammen. Teilweise auch erfahrene Torhüterinnen, wie beim letzten Lehrgang Mala und Rafa, von denen ich viel lernen kann, die ihre Wege schon gegangen sind und auch andere Blickwinkel auf viele Dinge haben.
Soccerdonna: Das Ziel ist ja bestimmt, dass du A-Nationalmannschaft spielen möchtest. Jetzt ist Deutschland als Torhüter-Nation bekannt, aber wir glauben, du bist da auf einem sehr guten Weg. Aber ist das ein Ziel, was du dir für die nächsten Jahre gesteckt hast, trotz der großen Konkurrenz?
Lina Altenburg: Ja, auf jeden Fall. Also ich glaube es ist das Ziel jeder Spielerin für die A-Nationalmannschaft zu spielen. Ich bin der Meinung, dass der Grundstein im Verein gelegt wird. Und wenn meine Leistung hier stimmt und ich mich hier gut weiterentwickele, dann ist es auf jeden Fall möglich.
Soccerdonna: Ich würde noch einmal zurückkommen auf den Unterschied zwischen erster und zweiter Liga, aber diesmal mit mehr Bezug aufs Training. Hat sich das Torwarttraining verändert, speziell im Vergleich zu der Zeit, wo du noch zweite Bundesliga gespielt hast, und wenn ja, wie?
Lina Altenburg: Torwarttraining an sich nicht so direkt. Wir sind bei Eintracht Frankfurt sehr gut vernetzt und haben einen engen Austausch zwischen erster und zweiter Mannschaft. Deswegen, was die Schwerpunkte angeht, ist das kein großer Unterschied für mich. Der Hauptpunkt, der sich verändert hat, ist die Trainingszeit. Ich habe keine Schule mehr. Jetzt, wo ich fest in der ersten Mannschaft bin, hat sich viel verändert.
Soccerdonna: Was uns so als Zuschauern aufgefallen ist: Du wirkst sehr ruhig, sehr sicher und abgeklärt, was für dein Alter beeindruckend ist. Du spielst für einen sehr großen Verein vor großer Kulisse. Wie gehst du mit dem Druck um?
Lina Altenburg: Vor dem Spiel bin ich naturgemäß ein wenig nervös. Aber sobald das Spiel anfängt, ist die Nervosität weg und man blendet das Ganze drumherum aus, weil man sich davon sonst beeinflussen lassen kann. Ich versuche bei mir zu bleiben und das jedes Spiel anzuwenden, als gäbe es nichts anderes um mich herum.
Soccerdonna: Wir sind bei Soccerdonna sehr datengetrieben. Ich habe ein paar Daten rausgesucht, mit denen ich dich „konfrontieren“ möchte. Und zwar: Mit 16 High Claims führst du das ligainterne Ranking aller Torhüterinnen an, und mit über 80 genauen langen Pässen, die du geschlagen hast, und mit den drei gehaltenen Elfmetern bist du auch unter den Besten. Beschäftigt ihr euch überhaupt mit solchen Daten?
Lina Altenburg: Daten sind immer „nice to have“, spiegeln aber auch nicht immer alles genau wider. Ich habe einen groben Überblick über Daten – es gab zum Beispiel nach der Hinrunde einen Rückblick mit allen Zusammenfassungen. Aber im Alltag beschäftige ich mich nicht so sehr damit.
Soccerdonna: Ich hatte es vorhin schon mal angeschnitten. Viele Teams arbeiten in der Bundesliga mit hohen Bällen. Raumsicherung hattest du schon gesagt. Wie wichtig ist dieses Element in der Vorbereitung auf ein Bundesligaspiel?
Lina Altenburg: Wir behandeln alle Trainingsschwerpunkte gleich. Wenn wir aber wissen, welche Stärken eine Mannschaft hat oder worauf sie ihren Schwerpunkt legt, richten wir unser Training danach aus oder bauen verschiedene Varianten ein.
Soccerdonna: Wie sieht eine normale Trainingswoche bei dir aus? Wie viele Tage die Woche hast du Training oder wie viele Einheiten am Tag?
Lina Altenburg: Das kommt bei uns ein bisschen darauf an, wann wir spielen. Wenn wir viele englische Wochen haben, dann liegt der Fokus auf Regeneration und Analyse. Dann ist ist nur noch wenig klassisches Training dazwischen. Ansonsten haben wir zwei Tage nach einem Spiel auch mal freien Tag. Danach kommen wir wieder zusammen und der Blick geht nach vorne auf den nächsten Gegner. Und je nachdem, wann wir spielen, wird auch das Krafttraining angepasst.
Soccerdonna: Du hast drei von fünf Elfmetern diese Saison gehalten. Übt ihr das viel oder bist du einfach eine Elfmeter-Killerin?
Lina Altenburg: Elfmeter sind für Torhüterinnen meist 50:50-Situationen. Gerade läuft es einfach gut. Aber klar, es gibt Spielerinnen bei uns, die das trainieren und üben. Sonst ist es eine Bauchgefühlentscheidung oder ich stütze mich darauf, was die Analyse ergeben hat. Aber häufig verhalte ich mich, wie ich mich gerade fühle.
Soccerdonna: Im März stehen ganz viele wichtige Spiele an. DFB-Pokal gegen Wolfsburg und danach direkte Konkurrenten mit Bremen und Hoffenheim. Am 25. dann Halbfinale Europacup. Wie sehr freust du dich?
Lina Altenburg: Ich freue mich sehr, weil jedes Spiel enorm wichtig ist und wir in jedem Spiel 100 Prozent geben müssen. Im Europacup ist es ein K.-o.-Spiel und mit Wolfsburg haben wir auch keinen einfachen Gegner vor uns. Deswegen freue ich mich, es wird anstrengend für alle, aber sicher auch sehr besonders.
Soccerdonna: Zum Abschluss noch drei Quickfire-Questions. Wer ist die stärkste Angreiferin, gegen die du je spielen musstest?
Lina Altenburg: Das ist schwierig, in der Bundesliga gibt es schon einige starke. Wenn ich auf die ganze Liga schaue, muss ich schon sagen, dass Klara Bühl durch ihre Beidfüßigkeit sehr stark ist und schwer zu verteidigen ist.
Soccerdonna: Den härtesten Schuss der Liga hat wer? Lina Altenburg: Schwere Frage, weil manche haben auch noch gar nicht auf mein Tor geschossen (lacht scherzhaft) – ich habe eine gute Verteidigung, die lässt nicht viel zu. Aber Klara Bühl ist bestimmt auch hier vorne mit dabei.
Soccerdonna: Wir haben leider keine Zahlen, wie schnell Spielerinnen schießen, so wie bei den Herren z. B. 118 Kilometer pro Stunde. Deswegen ist es eher eine subjektive Frage natürlich.
Lina Altenburg: Ja, es ist schwer zu sagen. Im Training, wenn man auf Eintracht Frankfurt schaut: Nici (Nicole Anyomi, Anm. d. Red.) und Sara (Doorsoun, Anm. d. Red.) haben beide einen guten Schuss.
Soccerdonna: Und da jetzt der wegweisende Monat ansteht: Was sind deine Ziele diese Saison noch mit der Eintracht?
Lina Altenburg: In beiden Pokalwettbewerben sind wir schon weit, haben viel hinter uns gelassen und hatten auch schwere Spiele. Deswegen ist es das Ziel, weiterzukommen. Auch in Europa ist es noch mal ganz besonders. Es wäre schön, wenn da ein Titel drin wäre. Der Monat ist sehr entscheidend, aber auch die Liga ist nach dem Monat noch nicht zu Ende. Wir können nicht sagen, der März ist wegweisend und danach ist es vorbei, sondern ich glaube, wir müssen die Liga fertig spielen, die Pokale fertig spielen und dann werden wir sehen, ob wir damit zufrieden sind.
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