31.01.2024 - 15:06 Uhr | News | Quelle: Soccerdonna
Livia Peng: Es war unbeschreiblich eine WM zu erleben

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©FC Zürich

Seit Sommer ist Sie die neue Nummer 1 beim SV Werder Bremen. Die Schweizer Nationaltorhüterin Livia Peng gewährt uns einen Blick auf den intensiven Zweikampf mit Catalina Perez, ihre bemerkenswerte Saison mit Werder Bremen und die wertvollen Erfahrungen, die sie auf ihrem Weg gesammelt hat.


Soccerdonna: Herzlichen Glückwunsch zum Saisonauftaktsieg gegen Bayer 04 Leverkusen. Haben Sie zur Halbzeit noch an die Wende geglaubt?


Livia Peng: Vielen Dank. Ja, wir haben noch an die Wende geglaubt. Wir waren bis zum 0:1 gut im Spiel und auch das bessere Team, nach dem Gegentor waren wir ein wenig verunsichert, sind aber nach der Pause wieder super reingekommen und konnten das Spiel dank unserer starken Mentalität noch drehen.


Soccerdonna: Was hat Thomas Horsch Ihnen vor der 2. Halbzeit auf den Weg gegeben?


Livia Peng: Er hat uns gesagt, dass wir es einfach weiter versuchen sollen und auch weiterhin in die Zweikämpfe gehen sollen. Außerdem hat er nochmal betont, dass wir gut im Spiel drin sind und deshalb unsere Chancen bekommen werden und einfach mit Vollgas weitermachen sollen.


Soccerdonna: Werder Bremen steht auf Platz 6. Sie haben schon jetzt mehr Tore erzielt, als in der gesamten letzten Saison und auch defensiv steht Werder Bremen deutlich stabiler als in den Vorjahren. Was ist für Werder Bremen in der Rückrunde noch drin?


Livia Peng: Ich glaube, dass unser Team eine gute Mischung aus Erfahrung und jungen Spielerinnen mitbringt und wir diese Saison noch viel erreichen können. Am Anfang der Saison war unser Ziel, den Klassenerhalt so früh wie möglich zu sichern und wir sind auf einem sehr guten Weg das auch zu tun. Wir dürfen auf keinen Fall nachlassen und müssen versuchen, Spiel für Spiel das Beste rauszuholen, um diese Saison für uns ganz besonders zu machen.


Soccerdonna: Welche persönlichen Ziele haben Sie sich für 2024 gesetzt?

Livia Peng: Für 2024 habe ich mir als persönliches Ziel gesetzt, in jedem Spiel und Training dem Team bestmöglich zu helfen und mich selbst zu verbessern.


Soccerdonna: Trotz des Sieges ist der Auftakt mit der Verletzung von Konkurrentin Catalina Perez eher getrübt worden. Wie hat die Mannschaft die Verletzung aufgenommen?


Livia Peng: Wir waren alle sehr geschockt über die Nachricht, dass Cata sich verletzt hat. Es ist nie schön, wenn sich jemand so schwer verletzt. Wir wünschen ihr schnelle und gute Besserung und versuchen sie auf ihrem Weg zurück auf den Platz so gut es geht zu unterstützen.


Soccerdonna: Was macht das mit Ihnen, dass Ihre Konkurrentin durch die Verletzung nun ausfällt?


Livia Peng: Mir tut es sehr leid für sie. Wir pushen und motivieren uns immer untereinander in unserer Torhüter-Gruppe, das hilft uns allen weiterzukommen. Cata wird uns in den nächsten Monaten fehlen.


Soccerdonna: Im Sommer wechselten Sie von BK Häcken zum SV Werder Bremen. Wussten Sie da schon von der Verpflichtung von Catalina Perez?


Livia Peng: Ich wusste, dass noch eine weitere Torhüterin verpflichtet werden sollte. Damit habe ich mich aber nicht groß beschäftigt, weil ich den Fokus auf mich selbst gesetzt und mich einfach über meinen Wechsel zu Werder gefreut habe.


Soccerdonna: Mit BK Häcken hätten sie Champions League spielen können. Was sprach am Ende für einen Wechsel in die Bundesliga und zum SV Werder Bremen?


Livia Peng: Ich habe in Schweden leider nicht die Spielzeit bekommen, die ich mir erhofft habe. Mir war es schon immer wichtig, viel zu spielen, weil ich einfach so viel Freude am Fußball habe. Deshalb wollte ich den nächsten Schritt gehen und einen Verein suchen, bei dem ich eine große Chance habe, zu spielen. Ich bin ich sehr glücklich darüber, dass sich mit Werder diese Situation so ergeben hat.


Soccerdonna: Sie haben bereits in der Schweiz, Schweden, Spanien gespielt, nun in der Bundesliga. Wo hat es Ihnen bisher am besten gefallen?


Livia Peng: Ich glaube, dass ich von allen Stationen viel mitnehmen konnte und viel gelernt habe. In der Schweiz habe ich angefangen Fußball zu spielen und habe dort meine ersten Einsätze in der AWSL und in der Champions League gemacht. In Schweden war für mich wieder alles neu, es war mein erster Schritt ins Ausland und meine ersten Erfahrungen in einem fremden Land. Ich habe gelernt, selbstständig zu sein und mich in einem anderen Land zurechtzufinden, was mir großen Spaß gemacht hat. In Spanien war es für mich ein bisschen schwieriger, da ich die Sprache nicht konnte und die Spanier nur kaum Englisch verstanden haben. Dadurch habe ich mich dort nicht ganz so wohl gefühlt, trotzdem konnte ich aber viel lernen und das hat mich stärker gemacht. In Deutschland gefällt es mir bisher am besten, ich kann die Sprache, alle haben mich sehr gut unterstützt und ich fühle mich sehr wohl hier. Ich darf Bundesliga spielen, was für mich in meiner Entwicklung ein sehr wichtiger Schritt ist. Es macht Spaß Teil dieses Teams zu sein.


Soccerdonna: Kommen wir nochmal auf den vergangen Sommer 2023 zurück. Sie waren Teil des Schweizer Weltmeisterschaftskader. Wie waren Ihre Eindrücke während der Weltmeisterschaft?


Livia Peng: Das war unbeschreiblich. Eine WM zu erleben, das kann man nicht erklären. Ich habe mir vorgestellt, wie es ist, wenn ich selbst spielen würde und bekam bei jedem Moment Gänsehaut. Dieses Turnier war so groß, so viele Fans und Menschen, die mitfiebern - einfach unglaublich.


Soccerdonna: Pia Sundhage ist neue Cheftrainerin der “Nati”. Hatten Sie schon einen ersten Kontakt?


Livia Peng: Nein, ich hatte noch keinen Kontakt mit ihr, aber ich freue mich sehr, sie kennenzulernen und von ihr zu lernen.


Soccerdonna: Wie sehen Sie die Entwicklung der “Nati” seit der Weltmeisterschaft?


Livia Peng: Ich glaube, dass wir sehr viele talentierte Fußballerinnen in unserem Team haben und unser Potenzial groß ist. Wir müssen uns in den nächsten anderthalb Jahren gut auf die Heim-EM vorbereiten und an uns arbeiten, damit wir im Sommer 2025 bereit sind, eine Top-Leistung zu zeigen.


Soccerdonna: Mit welcher Torhüterin würden Sie gerne mal den Kampf um die Nummer 1 führen wollen und warum?


Livia Peng: Mein Idol ist und war immer Hope Solo und wenn sie noch spielen würde, würde ich mit ihr gerne den Kampf um die Nummer 1 führen wollen. Sie war eine der weltbesten Torhüterinnen und sich mit so einer Torhüterin zu messen, ist mein Ziel.





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