19.03.2026 - 11:45 Uhr | News | Quelle: sd | von: Michael Paral
Mariella El Sherif: Zwischen Bremer „Flow“ und dem Traum von der WM

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©SV Werder Bremen
Mit 21 Jahren hat Mariella El Sherif bereits einen beachtlichen Weg hinter sich. Von den Anfängen in der Steiermark über Graz und Jena bis hin zur Nummer eins (mit der Rückennummer 39) beim Bundesligisten Werder Bremen. Im Interview mit Soccerdonna & Kick it like Women spricht die österreichische Torhüterin über ihre besondere Rolle auf dem Platz, den Konkurrenzkampf im Nationalteam und warum sie als „Messi mit Handschuhen“ bezeichnet wird.

Der Weg in den Norden

Mariella El Sherif blickt auf eine bewegte Anfangsphase ihrer Karriere zurück. Nach neun „unglaublich schönen Jahren“ bei Sturm Graz wagte sie den Schritt nach Deutschland zu Carl Zeiss Jena, um sich sportlich weiterzuentwickeln. Seit dem Sommer 2025 trägt sie das Trikot von Werder Bremen und hat sich dort schnell etabliert. In Bremen fühlt sie sich sichtlich wohl, was sie unter anderem auf das herzliche Willkommen im Team und die Wohngemeinschaft mit ihrer Nationalteam-Kollegin Chiara D´Angelo zurückführt.

Sportlich verlief die Hinrunde für Werder mit Platz drei über den Erwartungen. „Das war so ein Flow, den wir gehabt haben“, beschreibt El Sherif die erfolgreiche Phase. Auch wenn es zuletzt nicht die erwünschten Ergebnisse gab, hält das Team an seiner Spielidee fest, um sich individuell und kollektiv weiterzuentwickeln.

Die "Messi mit Handschuhen"

Ihre Position im Tor fasziniert El Sherif durch die Mischung aus hoher Verantwortung und der engen Bindung innerhalb des Torwart-Teams. Auf dem Platz beschreibt sie sich selbst als präsent, ruhig und lautstark. Eine besondere Anerkennung erhielt sie von ihrer guten Freundin & Nationalteam-Mitspielerin Lilli Purtscheller, die sie als „Messi mit Handschuhen“ bezeichnet. Eine Anspielung auf ihre starken fußballerischen Fähigkeiten. El Sherif selbst sieht ihre Fußtechnik und den ruhigen Spielaufbau als ihre großen Stärken.

Trotz ihrer Rolle als Torhüterin priorisiert sie den Erfolg des Teams: In der Auswahl zwischen einem 0:0 und einem 4:3-Sieg entscheidet sie sich für den Sieg, auch wenn sie als Torfrau natürlich am liebsten zu Null spielt.

Herausforderungen im Nationalteam

Im österreichischen Nationalteam ist El Sherif Teil eines aktuell starken Torhüter-Trios mit Jasmin Pal und Larissa Rusek. Sie betont, dass der Konkurrenzkampf sie gegenseitig zu Höchstleistungen anspornt. Ihr Vorbild ist dabei die erfahrene Manuela Zinsberger, von der sie seit ihrem 17. Lebensjahr viel lernen konnte.

Ihr Debüt im Nationalteam beschreibt sie jedoch als den bisher „schwierigsten Moment“ ihrer Karriere, nachdem sie in einer Halbzeit sechs Gegentore hinnehmen musste. Doch diese Erfahrung hat sie gestärkt: „Ich glaube, dass ich daraus sehr viel mitnehmen habe können und es mich nur noch stärker gemacht hat“. Nun liegt der Fokus auf der WM-Qualifikation. Das Ziel ist es, die eigene Spielidee zu festigen und in den wichtigen Spielen bei 100 Prozent zu sein.

Ein Apell an den Nachwuchs

Für junge Spielerinnen hat die Bremer Schlussfrau einen klaren Rat: Der Spaß am Spiel steht an erster Stelle. „Wenn dir das nicht Spaß macht, was du tust, wirst du auch nie gut darin“, so El Sherif. Sie ermutigt Mädchen, sich auch in Jungs-Teams zu behaupten und einfach das zu tun, was sie glücklich macht – egal ob im Feld oder im Tor.

Das ganze Interview gibt es im Podcast "Kick it like Women" zu hören. Hier geht´s zur Folge

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