01.11.2019 - 15:12 Uhr | News | Quelle: Soccerdonna
Sarah Puntigam: Alle Spielerinnen sind mit Profiverträgen ausgestattet

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©SC Freiburg
Die steirische Spitzenfußballerin Sarah Puntigam ist seit vergangener Saison in der Division 1 in Frankreich tätig. Dort spielt die österreichische Nationalspielerin für den HSC Montpellier. Unter professionellen Bedingungen wird Tag für Tag trainiert. Wie das erste Jahr in Montpellier verlief erzählte Sarah Puntigam der Soccerdonna.de Redaktion.


Frau Puntigam, Sie sind nun im zweiten Jahr bei HSC Montpellier. Wie haben Sie das erste Jahr für sich empfunden?




Sarah Puntigam: „Es war ein sehr aufregendes Jahr. Vieles war neu für mich. Neues Land, neue Sprache, neuer Verein. Ich denke, ich habe mich vor allem als Mensch sehr weiterentwickelt. Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gemacht habe. Fußballerisch lief es für uns letzte Saison jedoch nicht so wie erhofft.“




Die letzte Saison endete hinter Lyon und Paris auf Platz 3. Zum zweiten Platz fehlten 18 Punkte. Wie zufrieden war der Verein mit dem Abschneiden der letzten Saison? Wie waren die Saisonziele formuliert?




Sarah Puntigam: „Die Saison war alles andere als zufriedenstellend. Wir sind nicht gut in die Saison gestartet und haben uns so relativ schnell die Chance auf einen Champions League Platz verspielt. Es war für den Verein auch die schlechteste Saison seit Jahren. Ziel ist und war es, sich für die Champions League zu qualifizieren oder zumindest bis zum Ende darum mitzuspielen.“




War es schwer in einem neuen Land, mit einer fremden Sprache, schnell Anschluss zu finden?




Sarah Puntigam: „Es war natürlich eine Herausforderung, auch weil ich im Vorfeld niemanden im Team persönlich kannte. Ich hatte schon bisschen „Angst“ vor dieser Situation aber schon nach den ersten Tagen war mir klar, dass es die richtige Entscheidung war und ich mich hier sehr wohlfühlen werde. Ich bin super aufgenommen worden und die Vereinsverantwortlichen waren sehr bemüht und haben mich überall unterstützt. Dadurch konnte ich mich sehr schnell einleben.“




Sie sind gelernte Steuerfachangestellte. Müssen Sie in Montpellier noch zusätzlich ihrem Hauptjob nachgehen? Wie sieht Ihr Alltag vor Ort aus?




Sarah Puntigam: „Nein, alle Spielerinnen sind mit Profiverträgen ausgestattet. Das heißt, alle können sich voll und ganz auf den Fußball konzentrieren. Wir trainieren meistens vormittags. Ein bis zweimal pro Woche kommt noch eine zweite Einheit am Nachmittag dazu. Ansonsten stehen am Nachmittag Behandlungen, Videoanalysen etc. an. Für uns ausländischen Spielerinnen steht auch noch zwei- bis dreimal pro Woche Französischunterricht auf dem Plan.“




Mit Lisa Schmitz und Lena Petermann sind gleich zwei Neuzugänge aus der Bundesliga gekommen. Haben Sie sich gefreut bekannte Gesichter im Team begrüßen zu dürfen?




Sarah Puntigam: „Natürlich habe ich mich gefreut. Mit Lena habe ich ja vier Jahre in Freiburg zusammengespielt und mit Lisa habe ich mich auf Anhieb super verstanden. Wir unternehmen viel zusammen. Es freut mich, dass ich nicht mehr die einzige Deutschsprachige im Team bin.“




Gibt es eine Art Aufnahmeritual für Neuzugänge?




Sarah Puntigam: „Wir hatten einen Mannschaftsabend während des Trainingslagers. Die neuen Spielerinnen mussten diverse Aufgaben lösen und ein paar Spiele spielen (z.B. Limbo). Es war für alle sehr lustig.“




Vor kurzem war zu lesen, dass sie einen Trainer-Lehrgang des österreichischen Fußballverbands beigewohnt haben. Haben Sie die Prüfung zur UEFA-B-Lizenz bestanden?




Sarah Puntigam: „Der Fußballverband hat zum ersten Mal einen Kurs nur für Berufsspielerinnen angeboten und auch die Termine mit uns abgestimmt, was eine super Gelegenheit für uns ist. Der letzte Lehrgang findet im November statt und die Prüfung nächstes Jahr im Sommer. Demnach habe ich noch nicht bestanden.“




Können Sie sich für die Zukunft vorstellen ein Traineramt zu übernehmen und ggf. auch Hauptamtlich als Trainer zu arbeiten?




Sarah Puntigam: „Ich möchte nach meiner Karriere dem Fußball erhalten bleiben und auch den Frauenfußball voranbringen. In welcher Art und Weise lasse ich noch offen, aber ja ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, als Trainerin zu arbeiten.“




Konnten Sie in ihren vorherigen Stationen schon erste Erfahrungen sammeln?




Sarah Puntigam: „Ich habe noch nie eine Mannschaft trainiert, aber in Freiburg mit Julia Simic zusammen bei Kick for Girls Trainings geleitet und auch in der Schweiz war ich bei Camps als Trainerin aktiv.“




Würden Sie sich auch zutrauen, Männer zu leiten?




Sarah Puntigam: „Aktuell nicht, aber vielleicht ändert sich das ja noch.“




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