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06.01.2026 - 11:00 Uhr | News | Quelle: sd | von: Michael Paral
Cynthia Adamu: Von Wien nach Texas

©privat
Der „amerikanische Traum“ in Texas
Der Wechsel in die USA kam durch eine Hartnäckigkeit zustande, die Adamu heute als Zeichen deutet. Bereits vor fünf Jahren wurde sie erstmals über Instagram kontaktiert, lehnte damals jedoch ab, da sie sich noch zu jung fühlte. Ein erneutes Angebot im letzten Jahr änderte alles: „Ich habe dann das als Zeichen genommen und habe gebetet und einfach den Schritt gewagt, dass ich einfach in die USA gehe“, erklärt die gläubige Stürmerin.
Das Leben in Texas beschreibt sie als intensiv und klimatisch herausfordernd. Die Hitze dort erinnere sie an die Heimat ihrer Eltern, Nigeria. Ihr Alltag ist strikt durchgetaktet: Von 7:00 Uhr morgens bis 20:00 Uhr abends stehen Kurse, Training, Physiotherapie und verpflichtende Lernzeiten („Study Hall“) auf dem Programm. Auch sportlich ist die Umstellung groß. Während in Österreich oft nur ein Spiel am Wochenende ansteht, sind in den USA „englische Wochen“ mit zwei bis vier Spielen die Regel.
Ausbildung und sportliche Entwicklung
In den USA liegt der Fokus stark auf der Athletik. Adamu betont, dass man das Niveau nicht direkt mit Europa vergleichen könne, die Intensität jedoch enorm hoch sei. Um sich durchzusetzen, musste sie ihren Spielstil anpassen: „Ich glaube, was hart ist für sehr viele Spielerinnen, die in die USA kommen, die müssen einfach ändern, wie sie gespielt haben. Man muss sich anpassen“. Obwohl sie als Mittelstürmerin nach Texas kam, wurde sie dort flexibel eingesetzt und sammelte wertvolle Erfahrungen auf dem Flügel.
Trotz der sportlichen Ambitionen verliert sie ihre Ausbildung nicht aus den Augen. Aktuell belegt sie „General Studies“, um sich den späteren Transfer an eine vierjährige Universität und den Abschluss eines Bachelors zu erleichtern.
Die Wurzeln in Österreich
Ihre Ausbildung in der Akademie in St. Pölten sowie ihre Zeit bei der Austria und dem LASK haben den Grundstein für ihre Karriere gelegt. Besonders die Mentalität, die sie in Wien lernte, prägt sie bis heute: „Mentalität nehme ich mit, dass ich immer hart arbeite […] und die Freude darf ich nie verlieren“. Auch ihre Einsätze in den österreichischen Nachwuchsnationalteams bleiben unvergessen, insbesondere das Gefühl bei der Nationalhymne: „Es ist einfach, wenn ich die Hymne höre, ich habe immer Gänsehaut“.
Glaube als Kompass
Ein zentraler Pfeiler in Cynthias Leben ist ihr tiefer Glaube an Gott, den sie als ihre wichtigste Kraftquelle bezeichnet. „Ich glaube, dass ich in der Mitte von Gottes Plan bin, also bin ich dankbar, hier zu sein“, so Adamu über ihre aktuelle Situation.
Eine Botschaft an die nächste Generation
Auf die Frage, was sie jungen Mädchen raten würde, die ebenfalls von einer Profikarriere oder einem Weg in die USA träumen, findet sie klare Worte: „Mach einfach diesen Schritt. Wenn du diesen Schritt nicht machst, dann wirst du nicht wissen, ob du es überhaupt kannst“. Ihr Motto ist simpel, aber effektiv: Nicht zu viel nachdenken, sondern mutig sein und das Leben mit einem Lächeln genießen.
Wohin ihr Weg sie nach den zwei Jahren am Junior College führen wird, lässt sie offen und vertraut dabei ganz auf ihre harte Arbeit und ihre Überzeugungen. Eines ist jedoch sicher: Cynthia Adamu wird weiterhin mit viel Herz und dem sprichwörtlichen „Lachen im Gesicht“ ihren Weg im Weltfußball gehen.
Das ganze Gespräch mit Cynthia Adamu gibt es zu Hören im Podcast Kick it like Women.
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